Die Lehrerin Natur

Wir gehen sehr gern wandern und entdecken zauberhafte Orte im Wald, in den Bergen, am Meer. Und natürlich fragen uns die Kinder nach den Namen der Bäume, welche Beeren essbar sind und ob wir die Pilze sammeln und kochen können.

In der Natur können Kinder an sich selbst wachsen, ihre Stärken und Schwächen austesten und schließlich über sich hinauswachsen, wenn der nächst größere Fels erklommen, der höhere Ast erreicht wird oder der Balanceakt über den Stamm zum Kinderspiel geworden ist.

Unsere Kinder wissen, dass wir sie nie irgendwo hoch heben, sie klettern nur dort, wo sie sich sicher fühlen und wo sie allein hoch und auch wieder hinunter kommen. Wir stehen bereit, wenn sie Hilfe benötigen, reichen die Hand, wenn sie sich für den Moment nicht sicher fühlen, mehr braucht es nicht.

Ich übe mich darin, meinen wilden Jungs dabei zuzusehen, wie sie immer höher hinaus wollen, sich kopfüber an die Äste hängen und immer senkrechter stehende Felswände erklimmen. Ich darf meine Sorgen äußern, dass verstehen sie, ich frage sie, ob sie sich sicher sind und ich vertraue ihnen und sie mir, wenn ich sie doch auch mal bitte, es sein zu lassen.

Auch im Erlernen der Grundkompetenzen (schlicht gesagt Lesen, Schreiben, Mengenverstehen) vertraue ich darauf, dass meine Kinder ihren Weg gehen, dass sie Interessen geleitet alles lernen, erleben und erfahren, was sie brauchen. Es braucht eine emotionale Verknüpfung, damit Erlerntes nich wieder vergessen wird. Bei echtem Interesse passiert dies von selbst.
Wenn Kinder die Möglichkeit haben Situationen zu erleben, in denen sie sich selbst und ihre Fähigkeiten selbst einschätzen können, schaffen sie es auch, andere Hürden zu überwinden. Wir nennen es Selbstwirksamkeit.

In der Schule ist es die Aufgabe und größte Herausforderung für Lehrkräfte, ein Feuer bei ihren Schülern zu entfachen. Dies geschieht am ehesten, wenn sie selbst für das brennen, wovon sie sprechen. Im Rahmen der Schule geht es kaum anders, man erreicht nicht immer alle SchülerInnen gleichzeitig.

Zuhause musst du nicht immer der verlängerte Arm der Schule sein. Im Lernen mit deinem eigenen Kind brauchst du diese Motivation von außen nicht. Möchte dein Kind etwas lernen für das es die physikalischen Gesetze verstehen muss, dann lernt es sie. Braucht es mathematisches Verständnis um sich an ein Projekt zu wagen, dann erlernt es dieses.

Wir Eltern brauchen Vertrauen, müssen gut zuhören und die Interessen wahrnehmen. Und die helfende Hand parat haben, wenn sie gebraucht wird.

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Madeleine Holzenburg
Ich helfe Eltern dabei, zu entspannten Lernbegleiter*innen für Ihre Schulkinder zu werden. Die täglichen Herausforderungen des Schulsystems kenne ich aus meiner Zeit als Grundschul- und Gymnasiallehrerin. Als Mutter zweier Jungs weiß ich, was der Familienalltag für Hürden mit sich bringt. Und als Reisende begleite ich meine Kinder seit über einem Jahr als Lernbegleiterin beim selbstständigen Lernen. Diese vielseitige Erfahrung und mein Wissen aus unterschiedlichen Bereichen und Perspektiven möchte ich weitergeben. Mehr lesen

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